Das Werk

Das Müllkraftwerk Schwandorf ist mit seinen vier Ofenlinien rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres in Betrieb, um die Abfälle aus dem Verbandsgebiet zu entsorgen, die benachbarte Industrie mit Strom und Dampf zu versorgen, Strom für das öffentliche Netz zu erzeugen sowie die Wärme für die städtische Fernwärmeversorgung zu liefern.

Dieser kontinuierliche Anlagenbetrieb bei bestmöglicher Energieeffizienz und höchsten Umweltanforderungen bedingt eine intensive Kontrolle und regelmäßige, vorbeugende Revision aller Anlagenteile.
Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Anlagendaten.

Müllbunker

  Fassungsvermögen Krananlagen Greiferzuladung Löschanlage
16.000 Kubikmeter
= ca. 8.000t Restmüll
3 (zwei in Betrieb eine in Reserve) ca. 3,5t - Deckenbeschäumung
- Schaum- Wasserwerfer

Ofenlinien (OL)

  Ø Jahresdurchsatz Anzahl Durchsatz pro Stunde Feuerrost Feuerraumtemperatur Dampferzeugung
450.000t 4 OL 1-3 =12,5 t/h

OL 4 = 28 t/h
(Hw 10,5 MJ/kg)
Gegenlaufüberschubrost
teilweise wassergekühlt
850°C bis 1000°C 72 bar bei 410°C
OL 1 - 3= je 42,8 t/h
OL4= 88,0 t/h

2020
Dampferzeugung
1,61 Mio./t

Turbinen

  Typ Anzahl Leistung Dampfverarbeitung 2020 Stromerzeugung 2020
Entnahme-Kondensation 3 2 x 11 MW
1 x 32 MW
ca. 1.600.000 t ca. 220.000 MWh
           

Fernwärme

  Typ Anzahl Leistung Auskoppelung 2020  
Heizkondensatoren 3 je 12 MW ca. 79.460 MWh  
           

Rauchgasreinigung

  CDAS-Anlagen Gewebefilter DeNOx-Linien Katalysatorvolumen  
4 4 3 3 x 43 m³  
           



Der Weg des Restmülls

Der über die Schiene und der Straße antransportierte Müll wird an der Entladestation in den Müllbunker gekippt. Mit großen Greifern wird er in die Aufgabetrichter gefüllt. Von dort aus kommt der Müll in eine der vier Ofenlinien.

Bei Temperaturen zwischen 850° und 1000°C wird der Müll über ein Gegenlauf-Überschubrost-System in knapp zwei Stunden durch den Feuerraum gewälzt und verbrennt dabei. Der Heizwert des Mülls ist dabei so hoch, dass der Brennvorgang ohne Zusatzbrennstoffe auskommt. Lediglich zum Aufheizen des Ofens ist leichtes Heizöl erforderlich. In der Ofenlinie 4 werden pro Stunde ca. 23,2 Tonnen Müll, in den Ofenlinien 1-3 je ca. 12,5 Tonnen Müll pro Stunde je nach Heizwert verbrannt. Die anfallende Schlacke wird über einen Nassentschlacker abgekühlt. Durch ein Förderband wird sie zum Schlackebunker abtransportiert. Mit verschiedenen Magnetsystemen werden die Eisen- und ein Teil der Nichteisenteilenteile aus der Schlacke abgetrennt.

Der Schrott wird in der Stahlindustrie wiederverwertet. Die verbleibende Schlacke wird nach der Aufbereitung für externe Deponiebaumaßnahmen verwendet. Die Restschlacke entspricht etwa einem Zehntel des ursprünglichen Müllvolumens. Mit der bei der Verbrennung gewonnenen Wärmeenergie wird im Kessel Dampf erzeugt. Ein Teil wird als Prozessdampf an benachbarte Industriebetriebe abgegeben. Über drei Turbinen wird elektrische Energie gewonnen und ins öffentliche Netz eingespeist.

Seit 1996 versorgt das Müllkraftwerk auch das Fernwärmenetz der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung Schwandorf mit Fernwärme. Deren Nutzung spart Primärenergie ein, vermindert Emissionen und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.

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