"Rote Riesen" über Schwandorf
Das Großprojekt TRIPHÖNIX wirft weiterhin seinen Schatten voraus. In einem Fall einen besonders langen Schatten, nämlich den der beiden notwendigen Baustellenkräne. Diese sollen vom Abbruch 2026 über die gesamte Bauphase bis zum Jahr 2031 eingesetzt werden. Nach Prüfung der Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung des Wiederverkaufswertes hat sich ZMS dazu entschieden, die Kräne nicht zu mieten, sondern zu kaufen. Bei einer entsprechenden Ausschreibung ging die Fa. BBL aus Friedrichsthal im Saarland als Sieger hervor. Die beiden Kräne wurden für das Projekt „Triphönix“ völlig neu gebaut. Es handelt sich hierbei um sog. „Obendreher“, die als „Wippkrane“ ausgeführt sind.
Die Dimensionen der beiden Krananlagen mit dem Namen „WOTAN 75247.64/4“ sind beeindruckend:
- - Turmhöhe bis zur Kabine: 55 m
- - Max. Gesamthöhe: 118 m und 130 m bei hochgestelltem Ausleger
- - Auslegerlänge: 63 m und 78 m
- - Max. Ausladung (Haken): 60 m und 75 m
- - Max. Last bei voller Ausladung: 24 t und 32 t
- - Max. Last bei min. Ausladung: 64
Diese Leistungen sind erforderlich, um große und schwere Teile – wie etwa die Kesseltrommeln oder Wärmetauscherflächen – über die Ofenlinie 4 und den Müllbunker an Ort und Stelle zu heben. Derartige „Großbaukräne“ können nicht einfach auf einer Asphaltfläche abgestellt werden. Sie benötigen massive, statisch exakt berechnete Betonfundamente von ca. 180 bzw. 260 Kubikmetern, in denen die entsprechenden Befestigungsanker fest vergossen sind. In die Fundamente wurden jeweils ca. 30 Tonnen Armierungseisen eingearbeitet. Damit die Kranmontage erfolgen konnte, mussten vor Fertigung der Betonfundamente die dort liegenden Kanal- und Wasserleitungen sowie eine Gasleitung umverlegt oder zumindest gesichert werden.
Am 25.November 2025 wurde mit dem Aufbau des Wotan Baukranes („K1“) zwischen der Müllentladestation und dem Schmiermittellager begonnen. Nach Fertigstellung und Aushärtung der Betonfundamente mit rund 600 t Eigengewicht am Kranfundament (K1), in dem das erste Kranteil verankert und vergossen wurde, ging es am Dienstag, 25. November 2025 in die „heiße Phase“ zum Aufstellen des ersten „Wotan“ Baukranes. Mit einem 300 t - Autokran der Firma BBL, dem Hersteller des „Wotan“, wurden die Kranteile bis zur Turmhöhe von 55 Meter, in Position gebracht und miteinander verankert.
Für die Montage der Schwerteile, wie des Drehkranzes 35 t, der Krankanzel 3,5 t, des Auslegers 45 t, und der 160 t schweren Betongegengewichte des „Wotan“ Kranes 1 war ein 650 Tonnen Autokran namens „Bavarian Beast 2.0“ nötig. Dieser Autokran ist der größte den Bayern zu bieten hat. An diesen Autokran musste auf Grund der Montagehöhe von über 70 Meter ein Ausleger von 51 Meter Länge montiert werden.
Am Freitag, 28. November 2025 wurde der 35 t schwere Drehkranz und die 3,5 t schwere Krankanzel moniert. Am Samstag, 29. November 2025 war der „K 1“ nach dem Anbringen des 75 Meter langen und 45 t schweren Ausliegers fertiggestellt Jetzt muss der Baukran vor dem ersten Einsatz und der Übergabe an die Abbruchfirma durch den TÜV abgenommen und freigegeben werden. Parallel beginnen schon die Montagearbeiten für „K 2“, der seinen Standplatz nördlich der Rauchgasreinigungsanlage der Ofenlinie 4 hat.