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Mit dem Zug ins Müllkraftwerk



Schwandorf, den 21.09.2019

Dem Abfall hautnah auf den Fersen

Sonderzug vom Bahnhof Schwandorf auf dem Werksgleis
zum Müllkraftwerk/Zum „Tag der offenen Tür“ am Samstag,
12. Oktober bietet diese Fahrt eine besondere Perspektive

Schwandorf. Bahnhof „Müllkraftwerk Schwandorf“, kurz nach 11 Uhr, Gleis 0: ein zweigliedriger „Regio-Swinger“ vom Typ VT 610 mit 120 Sitzplätzen und zwei 660 PS starken Dieselmotoren fährt ein. Ohne Pfiff aus der Trillerpfeife, ohne ein grünes Signal des Zugbegleiters nahm gerade mal gute fünf Minuten vorher der Lokführer Andreas Pausch sanft und leise im Bahnhof Schwandorf auf Gleis 5 die Fahrt auf. Der Zug steuerte in eine außergewöhnliche Richtung: Auf direktem Wege ging es an diesem Vormittag zu einer „Testfahrt“ vom Bahnhof Schwandorf zum Müllkraftwerk, so steht es auch am Bahnsteig. Diese rund vier Kilometer lange Strecke ist sonst den grünen Müllcontainern des Zweckverbandes Müllverwertung Schwandorf (ZMS) vorbehalten. Doch nach erfolgreicher Probefahrt wird diese Trasse – wenigstens für einen Tag – für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger für den Personentransport zur Verfügung stehen. Eine ganz besondere Attraktion, die auch an das beim Mülltransport eingesetzte und seit 40 Jahren bewährte System des Schienentransports erinnern soll.

Der „Tag der offenen Tür“ beim Müllkraftwerk am 12. Oktober (von 9 bis 16 Uhr) macht es möglich: Die Strecke vom Schwandorfer Bahnhof zum Müllkraftwerk, die sonst nur Güterzüge mit schweren Transportwaggons zurücklegen, wird anlässlich dieser Veranstaltung auch für den Personenverkehr freigegeben. ZMS bietet zusammen mit der DB Regio Ostbayern eine direkte Anbindung vom Schwandorfer Bahnhof zum Müllkraftwerk an. Dadurch kann die Parkplatzsituation beim Kraftwerk entschärft werden und den Gästen zusätzlich eine außergewöhnliche Perspektive auf den Schwandorfer Süden geboten werden. Den „Sonderbahnsteig“ haben Vertreter des ZMS und der Bahn jetzt bei einer Probefahrt in Betrieb genommen.



Der „Tag der offenen Tür“ wirft seine Schatten voraus. Da auf dem Kraftwerksgelände nicht geparkt werden kann, hat sich ZMS zusammen mit der DB Regio, die im wahrsten Sinne des Wortes spontan auf den Zug aufgesprungen ist, etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Besucher können den Parkplatz beim Bahnhof und die beiden in der Nähe des Bahnhofes liegenden Parkhäuser nutzen und vom Schwandorfer Bahnhof mit einem Triebwagen direkt zum Müllkraftwerk fahren. Abfahrtsbahnsteig wird am „Tag der offenen Tür“ aller Voraussicht nach Gleis 5 sein, durch Aushang und entsprechende Durchsagen wird dies an Ort und Stelle am Bahnhof bekanntgegeben. In der Zeit von 9 bis 16 Uhr wird am Samstag, 12. Oktober die Fahrt auf dem Werksgleis über das Industriegebiet Süd vorbei an den Firmen Paragon, Benteler, BayWa und Metallgewinnung direkt zum Müllkraftwerk möglich sein. Die Abfahrten vom Bahnhof und die Rückfahrten vom Kraftwerk werden in regelmäßigen Abständen erfolgen. Die genauen Abfahrtszeiten werden nach Auswertung der Probefahrt zusammengestellt und hängen am „Tag der offenen Tür“ am Bahnhof und am Bahnsteig „Müllkraftwerk“ aus. Auf dieser Strecke ergibt sich sicherlich auch für alteingesessene Schwandorfer eine völlig neue und interessante Stadtansicht. Überdies ist man auf dieser Art und Weise dem Müll dicht auf den Fersen.

Bleibt nur die Frage, ob der Schwandorfer Bahnhof durch die vorübergehende Existenz eines zweiten Bahnhofs kurzfristig zum „Hauptbahnhof“ aufgewertet wird.


„Bahnhof Müllkraftwerk“ - Für einen Tag wird Schwandorf einen zweiten Bahnhof haben: am „Tag der offenen Tür“ bei ZMS am 12. Oktober. Bei der Probefahrt dabei waren Verbandsvorsitzender Thomas Ebeling, Schwandorfs dritte Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf, Verbandsdirektor Thomas Knoll und sein Stellvertreter Franz Grabinger. Müllkraftwerk, Verwaltungs- und Technikgebäude wie auch die neue Klärschlammtrocknungsanlage können vom „Bahnhof Müllkraftwerk“ aus auf kurzem Weg erreicht werden.
( Fotos: Stefan Karl)